Tendenzen vom Salone del Mobile
Der Salone del Mobile in Mailand gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer der Einrichtungsbranche. Was dort gezeigt wird, beschreibt keine Neuheiten für den Massenmarkt. Es beschreibt eine Richtung. Wer wissen will, wohin der Bereich tendiert, schaut nach Mailand.
Weniger Pastell, mehr Präsenz
Die Vorjahre waren geprägt von Quiet Luxury: cremefarbene Töne, zurückhaltende Formen, das Verschwinden als ästhetisches Prinzip. 2026 war ein erkennbarer Gegenentwurf. Warme Erdtöne von Ocker bis Mokkabraun, Lacke mit Glanz, Formen mit mehr Volumen. Kein Bruch mit dem Vorangegangenen, aber eine Verschiebung in Richtung mehr Präsenz.
Handwerk sichtbar machen
Eine der deutlichsten Bewegungen: Flechtwerk als ernsthaftes Gestaltungselement. Rattan, handgearbeitete Strukturen, sichtbare Konstruktion: Der Herstellungsprozess wird zum Teil des Entwurfs. Das hat mit Nostalgie wenig zu tun.
Passend dazu eröffnete mit dem Salone Raritas ein neuer Messebereich, der ausschließlich Einzelstücken, Prototypen und Materialexperimenten vorbehalten war. 28 Galerien aus 12 Ländern, kuratiert von Annalisa Rosso, Ausstellungsdesign von Formafantasma. Handwerk, Galerie und Innenarchitektur auf einem Messegelände.
Was davon bleibt
Trends vom Salone sind selten sofort übertragbar. Was bleibt, sind Materialien mit Bestand und Handwerk, das sich erklären lässt. Das gilt unabhängig vom Jahrgang.